Die Grunddaten des Charakters sind die sechs Attribute Stärke, Gewandtheit, Menschenkenntnis, Auftreten, Intelligenz und Wahrnehmung. Diese Attribute simulieren die angeborenen Eigenschaften des Charakters, wie zum Beispiel seine Stärke oder seine Intelligenz.
Daneben besitzt jeder Charakter noch erlernte Fertigkeiten (wie zum Beispiel Schleichen oder Kochen), abgeleitete Werte (wie den Kampfmodifikator), Lebens- und Willenspunkte, sowie zufällig ausgewürfelte Talente.
Es ist nicht notwendig für jedes Szenario einen neuen Charakter zu erschaffen. Für viele Spieler ist es sogar sehr reizvoll einen Charakter über eine längere Zeit zu spielen und dabei zu beobachten, wie er wächst und sich weiterentwickelt.
Soll aber ein neuer Charakter erstellt werden, dann ist es sinnvoll sich an der folgenden Reihenfolge der Charaktererschaffung zu orientieren:
- Vor Beginn der Charaktererschaffung sollte sich der Spieler
im Gespräch mit der Spielleitung erkundigen, welche Anforderungen
an den Charakter gestellt werden. Einige Szenarien stellen
grundsätzliche Anforderungen an die Spielercharaktere (sie müssen
Jugendliche sein, oder Soldaten, oder Einwohner eines bestimmten
Dorfes). Innerhalb des von der SL vorgegebenen Rahmens sind die
Spieler bei der Charaktererschaffung aber völlig frei.
- Zuerst sollte sich der Spieler für ein Charakter-Konzept
entscheiden (z.B. „schusseliger Professor“, „Sohn einer
alteingesessenen Fleischerfamilie“, „penibler
Kavallerieoffizier“).
- Nachdem das Konzept steht, werden auf dem Charakterdatenblatt
die ersten Einträge vorgenommen: Beruf, evtl. auch Name und
Hintergrund.
- Als nächstes werden die Attribute und Fertigkeiten des
Charakters bestimmt. Auch diese werden direkt auf dem
Charakterdatenblatt vermerkt.
- Lebens- und Willenspunkte werden verteilt (und evtl. noch auf
die Attribute angerechnet).
- Zuletzt wird der Kampfmodifikator eingetragen und die Talente
des Charakters ausgewürfelt.
- Nachdem die Punkte verteilt wurden, steht es dem Spieler frei
noch einige besondere Interessen und Hobbys des Charakters
festzulegen. Diese sind frei wählbar, sollten allerdings nicht zu
allgemein sein. Zum Beispiel ist „Musik hören“ nicht geeignet,
„moderne Jazzmusik“ allerdings schon.
- Alter, Geschlecht und Aussehen des Charakters legt jeder
Spieler für sich fest. Es gibt auch die Möglichkeit ein Bild des
Charakters in das Charakterdatenblatt zu zeichnen, oder ein
geeignetes Foto einzukleben.
- Auf der Rückseite des Charakterdatenblatts gibt es noch
Platz um verschiedene weitere Dinge einzutragen:
- Kontakte / Freunde: Ein Platz für die Figuren, denen der
Charakter im Spiel begegnet, die sich als Freunde oder nützliche
Kontakte erweisen. Der Platz kann noch frei bleiben und im Laufe
des Spiels ausgefüllt werden.
- Widersacher: Ein Platz für die Figuren, denen der Charakter
im Spiel begegnet, die sich als Genspieler oder Ärgernisse
entpuppen. Der Platz kann noch frei bleiben und im Laufe des Spiels
ausgefüllt werden.
- Hintergrund: Hier können wichtige Ereignisse aus der
Lebensgeschichte des Charakters vermerkt werden.
- Ausrüstung: Dieser Platz sollte benutzt werden, um zu
notieren, welche Gegenstände der Charakter bei sich trägt. Eine
Wohnung bräuchte hier nicht eingetragen zu werden, ein
Haustürschlüssel hingegen kann schon vermerkt sein.
- Waffen: Hier sollten alle Waffen, die der Charakter bei sich
trägt, mit ihren Werten (und evtl. Munitionsvorrat) aufgelistet
werden. Das mag ein Messer sein, ein Baseballschläger oder ein
Revolver.
- Kontakte / Freunde: Ein Platz für die Figuren, denen der
Charakter im Spiel begegnet, die sich als Freunde oder nützliche
Kontakte erweisen. Der Platz kann noch frei bleiben und im Laufe
des Spiels ausgefüllt werden.
Anmerkungen zur Charaketrerschaffung:
- Es ist oft sehr sinnvoll alle an einem Szenario teilnehmenden
Charaktere in der Spielergruppe zeitgleich zu erschaffen. Auf die
Art können sich die Spieler miteinander absprechen und es wird
gewährleistet, dass die Charaktere zueinander passen.
- Ebenfalls ist es oft sehr interessant, wenn die Charaktere
bereits vor Spielbeginn untereinander in Beziehung stehen, d.h. wenn
sie zum Beispiel miteinander verwandt sind, sich von der Arbeit
kennen, oder gemeinsam zur Schule gingen.
- Für Anfänger ist es sehr hilfreich, einen Charakter zu
spielen, der sich in seiner Persönlichkeit stark von der des
Spielers unterscheidet. Dadurch wird die Differenzierung zwischen
Spieler und Charakter einfacher, d.h. die Unterscheidung zwischen
„in-time“ Handeln des Charakters und „out-time“ Sprechen des
Spielers erleichtert.
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