17. Februar 2013

Wie man einen neuen Charakter zum Spielen erschafft

Um ein Szenario zu spielen, benötigt jeder Mitspieler (mit Ausnahme der Spielleitung) einen Charakter. Dieser Spielercharakter (SC) wird durch verschiedene Werte dargestellt, die alle auf dem Charakterdatenblatt vermerkt sind.

Die Grunddaten des Charakters sind die sechs Attribute Stärke, Gewandtheit, Menschenkenntnis, Auftreten, Intelligenz und Wahrnehmung. Diese Attribute simulieren die angeborenen Eigenschaften des Charakters, wie zum Beispiel seine Stärke oder seine Intelligenz.

Daneben besitzt jeder Charakter noch erlernte Fertigkeiten (wie zum Beispiel Schleichen oder Kochen), abgeleitete Werte (wie den Kampfmodifikator), Lebens- und Willenspunkte, sowie zufällig ausgewürfelte Talente.

Es ist nicht notwendig für jedes Szenario einen neuen Charakter zu erschaffen. Für viele Spieler ist es sogar sehr reizvoll einen Charakter über eine längere Zeit zu spielen und dabei zu beobachten, wie er wächst und sich weiterentwickelt.

Soll aber ein neuer Charakter erstellt werden, dann ist es sinnvoll sich an der folgenden Reihenfolge der Charaktererschaffung zu orientieren:



  • Vor Beginn der Charaktererschaffung sollte sich der Spieler im Gespräch mit der Spielleitung erkundigen, welche Anforderungen an den Charakter gestellt werden. Einige Szenarien stellen grundsätzliche Anforderungen an die Spielercharaktere (sie müssen Jugendliche sein, oder Soldaten, oder Einwohner eines bestimmten Dorfes). Innerhalb des von der SL vorgegebenen Rahmens sind die Spieler bei der Charaktererschaffung aber völlig frei.

  • Zuerst sollte sich der Spieler für ein Charakter-Konzept entscheiden (z.B. „schusseliger Professor“, „Sohn einer alteingesessenen Fleischerfamilie“, „penibler Kavallerieoffizier“).

  • Nachdem das Konzept steht, werden auf dem Charakterdatenblatt die ersten Einträge vorgenommen: Beruf, evtl. auch Name und Hintergrund.

  • Als nächstes werden die Attribute und Fertigkeiten des Charakters bestimmt. Auch diese werden direkt auf dem Charakterdatenblatt vermerkt.

  • Lebens- und Willenspunkte werden verteilt (und evtl. noch auf die Attribute angerechnet).

  • Zuletzt wird der Kampfmodifikator eingetragen und die Talente des Charakters ausgewürfelt.

  • Nachdem die Punkte verteilt wurden, steht es dem Spieler frei noch einige besondere Interessen und Hobbys des Charakters festzulegen. Diese sind frei wählbar, sollten allerdings nicht zu allgemein sein. Zum Beispiel ist „Musik hören“ nicht geeignet, „moderne Jazzmusik“ allerdings schon.

  • Alter, Geschlecht und Aussehen des Charakters legt jeder Spieler für sich fest. Es gibt auch die Möglichkeit ein Bild des Charakters in das Charakterdatenblatt zu zeichnen, oder ein geeignetes Foto einzukleben.

  • Auf der Rückseite des Charakterdatenblatts gibt es noch Platz um verschiedene weitere Dinge einzutragen:
    • Kontakte / Freunde: Ein Platz für die Figuren, denen der Charakter im Spiel begegnet, die sich als Freunde oder nützliche Kontakte erweisen. Der Platz kann noch frei bleiben und im Laufe des Spiels ausgefüllt werden.
    • Widersacher: Ein Platz für die Figuren, denen der Charakter im Spiel begegnet, die sich als Genspieler oder Ärgernisse entpuppen. Der Platz kann noch frei bleiben und im Laufe des Spiels ausgefüllt werden.
    • Hintergrund: Hier können wichtige Ereignisse aus der Lebensgeschichte des Charakters vermerkt werden.
    • Ausrüstung: Dieser Platz sollte benutzt werden, um zu notieren, welche Gegenstände der Charakter bei sich trägt. Eine Wohnung bräuchte hier nicht eingetragen zu werden, ein Haustürschlüssel hingegen kann schon vermerkt sein.
    • Waffen: Hier sollten alle Waffen, die der Charakter bei sich trägt, mit ihren Werten (und evtl. Munitionsvorrat) aufgelistet werden. Das mag ein Messer sein, ein Baseballschläger oder ein Revolver.
Damit ist der Charakter einsatzfähig und das Spiel kann beginnen.



Anmerkungen zur Charaketrerschaffung:
  1. Es ist oft sehr sinnvoll alle an einem Szenario teilnehmenden Charaktere in der Spielergruppe zeitgleich zu erschaffen. Auf die Art können sich die Spieler miteinander absprechen und es wird gewährleistet, dass die Charaktere zueinander passen.
  2. Ebenfalls ist es oft sehr interessant, wenn die Charaktere bereits vor Spielbeginn untereinander in Beziehung stehen, d.h. wenn sie zum Beispiel miteinander verwandt sind, sich von der Arbeit kennen, oder gemeinsam zur Schule gingen.
  3. Für Anfänger ist es sehr hilfreich, einen Charakter zu spielen, der sich in seiner Persönlichkeit stark von der des Spielers unterscheidet. Dadurch wird die Differenzierung zwischen Spieler und Charakter einfacher, d.h. die Unterscheidung zwischen „in-time“ Handeln des Charakters und „out-time“ Sprechen des Spielers erleichtert.



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